Freitag, 14. September 2012

Setzkasten mit Zwiebelfisch

Dieser alte Setzkasten samt Frakturschrift hat sich als hübsche Entdeckung entpuppt. Er wurde auch gleich mal ausprobiert, um unseren Goldstein & Co. Schriftzug zu stempeln. Die historische Schrift wurde von Mitte des 16. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts standardmäßig verwendet. Heute braucht man schon ein bisschen Übung, um die Buchstaben zu lesen.



In dem Sortierkasten versteckte sich allerdings auch ein Zwiebelfisch. Das ist ein einzelner Buchstabe aus einer anderen Schriftart oder eines Schriftschnitts, der irrtümlich in den Setzkasten einsortiert wurde.


Schrift im Film:

Zwiebelfische ist auch der Titel des Dokumentarfilms der Regisseure Christian Bau und Artur Dieckhoff. Er schenkt Einblicke in den Alltag eines Buchdruckers und erzählt den Lebensweg von Jimmy Ernst, Sohn des Künstlers Max Ernst und der Kunsthistorikerin und Journalistin Louise Straus-Ernst. Er begann 1935 in der Druckerei Augustin in Glückstadt eine Schriftsetzerlehre und konnte mit Hilfe der Augustins in der NS-Zeit 1938 nach Amerika auswandern. Die Druckerei Augustin war spezialisiert auf den Fremdsprachendruck und erlangte dadurch besonderes Renommee.

Schrift im Museum:

Das Museum für Druckkunst in Leipzig beherbergt im Übrigen auch eine Reihe einzigartiger Schrifttypen, darunter befinden sich ein alte Schrift aus dem Jahr 1572 und etliche exotische und seltene Schriften.

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